Der Duft der verlorenen Zeit: Proust, Cannabis und die Neurowissenschaft der Erinnerung

Der Duft der verlorenen Zeit: Proust, Cannabis und die Neurowissenschaft der Erinnerung

„Kaum hatte der Schluck mit den Kuchenkrümeln vermischt meinen Gaumen berührt, als ich zusammenzuckte, aufmerksam geworden durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir abspielte."

— Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913)

Egal, ob es der Duft einer vaporisierten Cannabis-Blüte oder das komplexe Aroma eines frisch aufgebrühten Hanftees ist: Was uns in solchen Momenten unmittelbar bewegt, lange bevor wir etwas bewusst riechen, ist nicht nur eine chemische Reizung von Sinneszellen. Es ist der Beginn einer faszinierenden neurobiologischen Kaskade, die tief in die ältesten Regionen unseres Gehirns führt, und die nicht nur unsere Wahrnehmung verändert, sondern auch Erinnerungen, Emotionen und möglicherweise physiologische Prozesse im gesamten Körper beeinflusst.

Proust: Auf der Jagd nach verlorener Zeit mit psychoaktiven Substanzen

 

Marcel Prousts monumentaler Romanzyklus Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (1913–1927) ist das vielleicht berühmteste literarische Denkmal für die Macht sinnlicher Erinnerung. Das gesamte Werk ist im Grunde genommen eine Jagd, die systematische Rückeroberung vergessener Lebensmomente durch die Kraft unwillkürlicher Erinnerungen, ausgelöst durch Geschmäcker, Gerüche und Berührungen.

Im Januar 1909 hatte Proust jene Schlüsselerfahrung, die zum Nukleus seines Lebenswerks werden sollte: Ein in Tee getauchter Zwieback, im Roman zur berühmten Madeleine stilisiert, versetzte ihn unwillkürlich in seine Kindheit zurück (1). Aus dieser Einzelerfahrung entwickelte er seine Theorie zweier Gedächtnisformen, der bewussten, willkürlichen und der spontanen, unwillkürlichen Erinnerung (mémoire involontaire).

Weniger bekannt ist: Proust war kein unerfahrener Wanderer in dem, was der britische Historiker Richard Davenport-Hines in Proust at the Majestic (2) die „wundersamen Dschungel des Unbewussten" nannte. Proust konsumierte zeitlebens eine erstaunliche Palette psychoaktiver Substanzen, darunter Koffein, Opiate, Barbiturate, Amylnitrit und Adrenalin, und höchstwahrscheinlich auch Cannabis. Graham Robb hielt 2006 in der New York Review of Books fest, die Vielfalt der Substanzen, die in die Entstehung von La Recherche einflossen, sei „in der französischen Literatur wahrscheinlich beispiellos" (3). Für Davenport-Hines war Prousts habitueller Substanzkonsum nicht zuletzt ein Mittel, um „seine Erkundungen in den aufregenden, wundersamen Dschungeln des Unbewussten zu nähren".

Prousts literarisches Vorbild war dabei ein Dichter, der Cannabis mit Sicherheit und aus eigener Erfahrung gut kannte: Charles Baudelaire. In seinen Literaturessays Contre Sainte-Beuve (geschrieben 1908–1909, posthum 1954 veröffentlicht) würdigt Proust Baudelaire ausführlich und nennt ihn „den grössten Dichter des 19. Jahrhunderts" (4). Baudelaire wiederum war eine der zentralen Figuren des Club des Hashischins, der von 1844 bis 1849 im Pariser Hôtel Pimodan auf der Île Saint-Louis regelmässig zusammenkam. Gegründet vom Psychiater Jacques-Joseph Moreau de Tours als wissenschaftliches Experiment, versammelte dieser Kreis die literarische Elite Frankreichs: Théophile Gautier, Alexandre Dumas, Victor Hugo, Gérard de Nerval, Honoré de Balzac, Eugène Delacroix. Moreau publizierte 1845 mit Du hachisch et de l'aliénation mentale die weltweit erste wissenschaftliche Monografie über eine psychoaktive Substanz (5). Baudelaire selbst hielt seine Erfahrungen in Les Paradis Artificiels (6) fest – einem Werk, das Proust nachweislich kannte und schätzte.

Cannabis wird in Proust's Hauptwerk explizit genannt. Im dritten Band, Le Côté de Guermantes (Die Welt der Guermantes), beschreibt Proust den „geheimen Garten, in dem verschiedene Arten des Schlafes, hervorgerufen durch Stechapfel, durch indischen Hanf, durch die vielfältigen Extrakte des Äthers – der Schlaf der Belladonna, des Opiums, des Baldrians – wie unbekannte Blumen wachsen, deren Blütenblätter geschlossen bleiben, bis der vorherbestimmte Fremde kommt, um sie mit einer Berührung zu öffnen und für lange Stunden das Aroma ihrer eigentümlichen Träume freizulassen" (7).

Prousts Werk ist damit nicht nur das literarische Paradestück über die Erinnerungskraft von Düften; es steht zugleich in einer Pariser Tradition, die das Verhältnis von Bewusstsein, Erinnerung und Pflanzenwirkungen so systematisch wie kaum eine andere Epoche erkundete.

Das Riechgehirn: Der direkte Draht ins limbische System

 

Auf einer Fläche von nur rund fünf Quadratzentimetern Riechschleimhaut im oberen Teil der Nasenhöhle sitzen beim Menschen etwa 20 bis 30 Millionen Riechzellen. Sie tragen rund 400 verschiedene Typen von Riechrezeptoren, codiert durch die größte zusammenhängende Genfamilie des menschlichen Genoms (8). Für diese fundamentale Entdeckung erhielten Linda Buck und Richard Axel 2004 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Der Mensch kann Schätzungen zufolge mehr als eine Billion unterschiedlicher Duftkompositionen differenzieren (9).

Was den Geruchssinn anatomisch einzigartig macht, ist sein direkter Zugang zum Gehirn. Während alle anderen Sinneseindrücke Sehen, Hören, Fühlen, Schmecken zunächst über den Thalamus zwischengeschaltet werden, bevor sie uns bewusst werden, nehmen Riechsignale einen privilegierten, unmittelbaren Weg: Sie gelangen über den Riechkolben direkt in die Amygdala, das emotionale Zentrum des Gehirns, und in den Hippocampus, die zentrale Gedächtnisstruktur (10). Genau das ist neurobiologisch der Grund, warum ein Duft uns innerhalb von Sekundenbruchteilen in längst vergessene Zeit zurückversetzen kann.

Das „Proust-Phänomen“: Warum Düfte so starke Erinnerungen auslösen

 

Systematische Untersuchungen bestätigen, was Proust intuitiv beschrieb. Erinnerungen, die durch Düfte ausgelöst werden, unterscheiden sich signifikant von solchen, die durch visuelle oder akustische Reize hervorgerufen werden. Sie sind älter, emotionaler, lebendiger und seltener. Forschende fassen diese Eigenschaften im Akronym LOVER zusammen: Limbic, Old, Vivid, Emotional, Rare (11). In fMRT-Studien zeigte sich, dass bei duftevozierten autobiografischen Erinnerungen die Amygdala und die Hippocampus-Region signifikant stärker aktiviert werden als bei vergleichbaren visuellen Reizen (10). Eine spätere Fallstudie dokumentierte eindrucksvoll, dass die direkte elektrische Stimulation der Amygdala das Proust-Phänomen unmittelbar auslösen kann (12).

Eine Übersichtsarbeit bestätigte bereits früh, dass olfaktorisch evozierte Erinnerungen nicht nur älter, sondern auch spürbar emotionaler sind als Erinnerungen anderer Sinneskanäle (13). Jüngere Studien ergänzen diese Befunde: Duftevozierte Nostalgie-Erlebnisse können messbare Effekte auf das Immunsystem zeigen und mit der Ausschüttung bestimmter Zytokine interagieren (14). Der Geruchssinn ist also kein passiver Chemodetektor, sondern ein biologischer Zeitreisender mit systemischen Auswirkungen.

Cannabis und episodisches Gedächtnis: Eine alte Beobachtung, eine neue Hypothese

 

In vielen meiner Bücher wie z.B. What Hashish Did to Walter Benjamin (15), The Art of the High (16) und Elevated. Cannabis as a Tool for Mind Enhancement (17) beschreibe ich ein Phänomen, das viele Cannabis-Konsumenten seit Jahrhunderten berichten, Proust und die Literaten seiner Zeit eingeschlossen: Während eines gut dosierten Highs scheint das episodische Gedächtnis, also das Gedächtnis für biografische Episoden, nicht geschwächt, sondern intensiviert zu werden. Nutzer berichten von detailreicheren Erinnerungen an längst vergangene Episoden, lebhafteren inneren Bildern und emotional intensiveren Wiedererlebensmomenten.

Ich habe in meiner Arbeit die Hypothese aufgestellt, dass solche Berichte eine verbesserte Erinnerungsfähigkeit beschreiben, die durch ein komplexes Zusammenspiel anderer Wirkungen von Cannabis auf unser Bewusstsein entstehen. Viele Nutzer haben zum Beispiel eine Hyperfokussierung der Aufmerksamkeit und eine gesteigerte Fähigkeit zur Imagination während des Cannabis Highs beschrieben. Diese Wirkungen könnten zusammen genommen eine Rolle dabei spielen, dass wir währen eines Highs auch eine verbesserte Fähigkeit haben, uns imaginativ in unser früheres Selbst versetzen können und frühe Erinnerungen an Ereignisse durchleben; die Hyperfokussierung auf unsere Erinnerungen könnte uns dann ermöglichen, mehr Details in dieser Erinnerung wahrzunehmen.

Unbeantwortet ist bisher jedoch eine faszinierende Folgefrage: Könnten auch die aromatischen Komponenten von Cannabis und Hanf, die Terpene, Ester und volatilen Schwefelverbindungen, über die ich im Artikel zum Aroma von Cannabis berichtet habe, einen eigenständigen Beitrag zur Intensivierung, Detailschärfe und zum Abruf (Recall) von Gedächtnisinhalten leisten?

Neurobiologisch ist die Hypothese plausibel: Die direkte Verbindung der Riechbahnen zu Hippocampus und Amygdala bedeutet, dass jeder Zug an einem Vaporizer, jeder Schluck eines Hanftees, jedes Öffnen einer Blütenpackung olfaktorische Reize direkt in genau jene Hirnregionen sendet, die für die Konsolidierung und den Abruf emotionaler Erinnerungen zuständig sind. Ob und wie stark dieser Effekt tatsächlich zur beschriebenen Gedächtnisintensivierung während des Highs beiträgt, ist wissenschaftlich noch nicht systematisch untersucht, die „aromatische Zeitreise" ist aber eine Hypothese, die weitere Forschung verdient.

Hanns Hatt: Riechrezeptoren sitzen nicht nur in der Nase

 

Eine der erstaunlichsten Entdeckungen der letzten zwei Jahrzehnte verdanken wir dem deutschen Zellphysiologen Hanns Hatt von der Ruhr-Universität Bochum. Hatt konnte ab den frühen 2000er-Jahren in Dutzenden Arbeiten zeigen, dass Riechrezeptoren keineswegs auf die Nasenschleimhaut beschränkt sind. Sie finden sich in der Haut, in den Haaren, im Darm, in der Prostata, in den Nieren, im Herzen, in Spermien, und sogar im Gehirn (18, 19). Diese „ektopischen" oder „extranasalen" Riechrezeptoren erzeugen keine bewussten Gerüche, sie funktionieren aber als präzise Chemodetektoren, die auf bestimmte Duftmoleküle reagieren und daraufhin zelluläre Signalkaskaden in Gang setzen.

Hatts Arbeitsgruppe konnte etwa zeigen, dass ein synthetisches Sandelholz-Aroma über den Riechrezeptor OR2AT4 in Hautzellen Wundheilungsprozesse stimuliert (19). Andere Gruppen wiesen Riechrezeptoren in Darmzellen nach, wo sie an der Regulation der Peristaltik beteiligt sind. In der Lunge, im Blutgefässsystem und sogar in Tumorzellen wurden funktionell aktive Riechrezeptoren identifiziert (20).

Mögliche pharmakologische Wirkungswege der Cannabis-Aromen

 

Was bedeutet das für Cannabis und Hanf? Die aromatischen Verbindungen, also Terpene wie Myrcen, Limonen, Linalool und β-Caryophyllen, aber auch Ester, volatile Schwefelverbindungen und Flavonoide, gelangen beim Vaporisieren, Aufbrühen oder bei oraler Einnahme nicht nur über die Nase, sondern auch über die Lunge und das Verdauungssystem in den Blutkreislauf. Dort könnten sie theoretisch extranasale Riechrezeptoren im gesamten Körper erreichen und aktivieren.

Für einige Cannabis-Terpene sind direkte molekulare Effekte bereits nachgewiesen, allerdings nicht primär über Riechrezeptoren: β-Caryophyllen bindet an CB2-Rezeptoren des Endocannabinoid-Systems (21), Linalool interagiert mit GABA-Rezeptoren, und eine jüngere Studie der University of Arizona zeigte, dass mehrere Cannabis-Terpene über CB1-Rezeptoren cannabimimetisch wirken (22). Eine klinische Humanstudie legte nahe, dass vaporisiertes d-Limonen möglicherweise die akut angstauslösende Wirkung von THC signifikant reduzieren könnte (23). Wie viel davon über klassische Rezeptorwege und wie viel möglicherweise zusätzlich über das weit verzweigte System extranasaler Riechrezeptoren läuft, ist eine offene Forschungsfrage. Klinisch gesicherte Aussagen lassen sich daraus nach aktuellem Stand nicht ableiten.

Ausblick: Eine faszinierende Forschungsreise

 

Lange wurde die Geruchsdimension von Wissenschaft und Medizin als „Stiefkind" der Sinne belächelt und vernachlässigt. Erst in den letzten Jahrzehnten beginnen wir zu verstehen, welch faszinierendes System sich dahinter verbirgt, wie Hanns Hatt und seine Kolleg:innen zeigen: ein körperumspannendes chemosensorisches Netzwerk, welches unsere Emotionen moduliert und viele andere mentalen und physiologischen Funktionen mit sich bringt.

Cannabis ist eine der aromatisch komplexesten Pflanzen überhaupt. Wir wissen heute, dass sie unter anderem auf das menschliche Endocannabinoid-System wirkt, jenes feine Regulationssystem, das eine Vielfalt von Funktionen in Körper und Geist steuert. Darüber hinaus könnte die komplexe aromatische Wirkung von Cannabis ein noch weiter gehendes Potential entfalten, sowohl ein therapeutisches Potential als auch Potential zur Bewusstseinsveränderung, wie etwa die Fähigkeit, Erinnerungen intensiver und detailreicher abzurufen.

Wir haben eine faszinierende Forschungsreise vor uns. Es wird Zeit, dass wir aufbrechen.

Wissenschaftliche Quellen

 

1. Encyclopædia Britannica (2024). Marcel Proust. Britannica.com.

2. Davenport-Hines, R. (2006). Proust at the Majestic: The Last Days of the Author Whose Book Changed Paris. Bloomsbury, New York.

3. Robb, G. (2006). Proust in Paris. The New York Review of Books, October 19, 2006.

4. Proust, M. (1908–1909/1954). Contre Sainte-Beuve. Gallimard, Paris.

5. Moreau de Tours, J.-J. (1845). Du hachisch et de l'aliénation mentale: études psychologiques. Librairie de Fortin, Masson et Cie, Paris.

6. Baudelaire, C. (1860). Les Paradis Artificiels: Opium et Haschisch. Poulet-Malassis, Paris.

7. Proust, M. (1920/2003). Le Côté de Guermantes (The Guermantes Way). Übersetzt von C.K. Scott Moncrieff und T. Kilmartin. The Modern Library, New York.

8. Buck, L. & Axel, R. (1991). A novel multigene family may encode odorant receptors: A molecular basis for odor recognition. Cell, 65, 175–187.

9. Bushdid, C. et al. (2014). Humans Can Discriminate More than 1 Trillion Olfactory Stimuli. Science, 343(6177), 1370–1372.

10. Herz, R. S. et al. (2004). Neuroimaging evidence for the emotional potency of odor-evoked memory. Neuropsychologia, 42, 371–378.

11. Larsson, M., Willander, J., Karlsson, K. & Arshamian, A. (2014). Olfactory LOVER: behavioral and neural correlates of autobiographical odor memory. Frontiers in Psychology, 5, 312.

12. Bartolomei, F. et al. (2017). The "Proust phenomenon": Odor-evoked autobiographical memories triggered by direct amygdala stimulation in human. Cortex, 90, 173–175.

13. Chu, S. & Downes, J. J. (2000). Odour-evoked Autobiographical Memories: Psychological Investigations of Proustian Phenomena. Chemical Senses, 25(1), 111–116.

14. Matsunaga, M. et al. (2013). Brain-immune interaction accompanying odor-evoked autobiographic memory. PLoS ONE, 8(8), e72523.

15. Marincolo, S. (2015). What Hashish Did to Walter Benjamin. Khargala Press, Stuttgart.

16. Marincolo, S. (2021). The Art of the High. Tredition, Hamburg.

17. Marincolo, S. (2023). Elevated. Cannabis as a Tool for Mind Enhancement. Hilaritas Press.

18. Spehr, M. et al. (2003). Identification of a testicular odorant receptor mediating human sperm chemotaxis. Science, 299(5615), 2054–2058.

19. Busse, D. et al. (2014). A synthetic sandalwood odorant induces wound-healing processes in human keratinocytes via the olfactory receptor OR2AT4. Journal of Investigative Dermatology, 134(11), 2823–2832.

20. Maßberg, D. & Hatt, H. (2018). Human Olfactory Receptors: Novel Cellular Functions Outside of the Nose. Physiological Reviews, 98(3), 1739–1763.

21. Gertsch, J. et al. (2008). Beta-caryophyllene is a dietary cannabinoid. Proceedings of the National Academy of Sciences, 105(26), 9099–9104.

22. LaVigne, J. E. et al. (2021). Cannabis sativa terpenes are cannabimimetic and selectively enhance cannabinoid activity. Scientific Reports, 11, 8232.

23. Spindle, T. R. et al. (2024). Vaporized D-limonene selectively mitigates the acute anxiogenic effects of Δ9-THC. Drug and Alcohol Dependence.

24. Gautier, T. (1846). Le Club des Hachichins. Revue des Deux Mondes, février 1846.

 

 

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